Ein Moment
Fällt dir eine konkrete Situation ein,
in der du schnell reagiert hast – oder beinahe reagiert hättest?
Es muss nichts Besonderes gewesen sein.
Vielleicht ist sie für einen Moment wieder da.
Was geschah?
Noch ohne die Situation zu erklären:
Was hast du gehört oder gesehen?
Was davon war unmittelbar wahrnehmbar?
In diesem Moment
War in diesem Moment etwas in dir wahrnehmbar?
Körper
War körperlich etwas wahrnehmbar?
Vielleicht der Atem, die Haltung oder eine Bewegung.
Gedanke
War in diesem Moment ein Gedanke da?
Vielleicht nur für einen kurzen Moment.
Gefühl
War ein Gefühl wahrnehmbar?
Vielleicht deutlich. Vielleicht kaum.
Impuls
War in diesem Moment ein Impuls wahrnehmbar?
Vielleicht deutlich. Vielleicht kaum.
Oder etwas anderes?
Ein Moment
Körper.
Gedanke.
Gefühl.
Impuls.
Vielleicht war manches deutlich.
Vielleicht anderes nicht.
Vieles geschieht schnell
Manches ist schon da, bevor wir es bemerken.
Ein Gedanke.
Ein Gefühl.
Ein Impuls.
Vielleicht nehmen wir etwas davon wahr.
Ein Beispiel
Für einen Moment eine vorgegebene Situation:
Während du etwas erklärst,
sprechen zwei Schülerinnen oder Schüler miteinander.
Was ist in dieser Beschreibung als beobachtbares
Geschehen benannt?
Was entsteht?
Vielleicht taucht unmittelbar ein Gedanke auf:
„Sie hören nicht zu.“
„Sie stören den Unterricht.“
„Das ist respektlos.“
Vielleicht entsteht ein ganz anderer Gedanke.
War etwas beobachtbar? — War darin bereits eine Deutung enthalten?
Was weißt du?
Vielleicht stört das Gespräch tatsächlich.
Vielleicht fühlen sich andere dadurch gestört.
Und zugleich:
Was bleibt offen?
Dazwischen
Was geschieht,
ist nicht immer dasselbe wie das,
was wir darin sehen.
Beides kann für unser Handeln bedeutsam sein.
Der Zwischenraum
Vielleicht war ein Impuls wahrnehmbar.
Vielleicht auch eine Deutung.
Und eine Antwort?
Vielleicht zeigt sich eine. Vielleicht auch nicht.
Noch offen
Zwischen dem ersten Impuls und dem, was folgt:
Vielleicht wird ein Spielraum wahrnehmbar.
Welche Antwort?
Noch einmal zurück zu der eigenen Situation,
die du zu Beginn betrachtet hast:
Erinnerst du dich an eine Antwort oder Reaktion,
die dir zunächst selbstverständlich erschien?
Zeigt sich beim erneuten Betrachten
eine weitere Möglichkeit?
Vielleicht bleibt die Erinnerung unklar.
Vielleicht zeigt sich keine weitere Möglichkeit.
Auch dann kannst du weitergehen.
Offenhalten
Eine andere Möglichkeit
muss nicht die bessere sein.
Vielleicht erscheint dir eine vertraute Antwort passend.
Vielleicht zeigt sich eine andere Möglichkeit.
Vielleicht bleibt die Frage offen.
Zwischen uns
Was war zwischen den Beteiligten wahrnehmbar?
Wie ging es weiter?
Was geschah danach?
Nachklang
Was ist jetzt da?
Vielleicht endet die Erkundung hier.
Vielleicht taucht eine ihrer Fragen
irgendwann im Alltag wieder auf.
Erprobungsfassung · 0.1