Eine persönliche Erkundung · Presencing

Was mich leitet

Im schulischen Alltag Entscheidungen treffen, auf andere Menschen eingehen und das eigene Handeln begründen: Dabei folgen wir Vorstellungen darüber, was wichtig und angemessen ist. Nicht immer sind diese Vorstellungen bewusst.

Die folgenden Impulse laden dazu ein, eine überschaubare Situation und das eigene Vorgehen darin zu betrachten. Im Mittelpunkt steht, woran sich eine mögliche Antwort orientiert und was unter den konkreten Bedingungen für oder gegen sie spricht.

Vielleicht wird eine andere Antwort sichtbar, eventuell erhält das bisherige Vorgehen eine klarere Begründung oder es bleibt eine Frage offen. Auch eine unveränderte oder weiterhin unklare Sicht hat Raum.

Den Weg im eigenen Tempo gehen. Bei einer Frage verweilen oder sie offenlassen.

Für persönliche Notizen steht ein ausfüllbarer Dokumentationsbogen als PDF zur Verfügung. Einzelne Worte genügen. Nicht jedes Feld braucht einen Eintrag.

Den ausgefüllten Bogen auf dem eigenen Gerät speichern. Eine Rückgabe oder Übermittlung an den Resonanzraum ist nicht vorgesehen.

Dokumentationsbogen öffnen (PDF, neuer Tab)

Vorkenntnisse oder die vorherige Nutzung anderer Erkundungen werden nicht vorausgesetzt.

Erprobungsfassung · 0.1

Eine Situation noch einmal betrachten

Eine überschaubare Situation aus dem schulischen Alltag wählen, um das eigene Vorgehen noch einmal zu betrachten.

Eine Aufgabe.
Ein Gespräch.
Eine wiederkehrende Schwierigkeit.
Eine gemeinsame Entscheidung.
Oder eine andere Situation.

Eine Situation wählen, die gerade keine unmittelbare Handlung verlangt.

Eine andere Antwort muss noch nicht bereitliegen. Auch ein vertrautes Vorgehen lässt sich genauer betrachten.

Welche Situation kommt in den Blick?

Das bisherige Vorgehen

Die Situation noch einmal in Erinnerung rufen.

Was habe ich gesagt oder getan?
Wie haben die anderen darauf reagiert?
Wie ging es weiter?

Auftauchende Bewertungen zunächst stehen lassen.

Das erinnerbare Geschehen betrachten. Auch Lücken und Unklarheiten in der Erinnerung offenlassen.

Wie bin ich in dieser Situation vorgegangen?

Was damals sinnvoll erschien

Beim eigenen Vorgehen in der erinnerten Situation bleiben.

Was wollte ich erreichen oder verhindern?
Was erschien mir in diesem Moment wichtig?
Welche Erwartungen waren mit meinem Vorgehen verbunden?

Die damaligen Bedingungen mit in den Blick nehmen.

Auch dort verweilen, wo das Handeln ohne längeres Nachdenken erfolgte oder die damaligen Gründe heute unklar bleiben.

Was erschien mir damals an diesem Vorgehen sinnvoll?

Was mich dabei leitete

Das eigene Vorgehen und die bisher erkundeten Gründe nebeneinander betrachten.

Was sollte durch mein Handeln geschützt, ermöglicht oder unterstützt werden?
Welches Anliegen erhielt dabei besonderes Gewicht?
Welche anderen Anliegen standen daneben oder gerieten in den Hintergrund?

Auch Spannungen zwischen unterschiedlichen Anliegen betrachten.

Nicht alles war damals ausdrücklich bewusst. Eine heute erkennbare Orientierung bleibt eine mögliche Lesart des eigenen Handelns.

Welche Orientierung zeigt sich für mich darin?

Eine weitere Möglichkeit betrachten

Die Situation mit den bisher betrachteten Anliegen noch einmal in den Blick nehmen.

Welches Anliegen möchte ich weiterhin berücksichtigen?
Welches bisher weniger beachtete Anliegen verdient Aufmerksamkeit?

Von hier aus eine weitere Möglichkeit des eigenen Handelns in den Blick nehmen.

Was ließe sich anders sagen oder tun?
Was bliebe dabei erhalten, was würde sich verändern?

Auch dort bleiben, wo keine weitere Möglichkeit hervortritt. Das bisherige Vorgehen bleibt zur Betrachtung offen.

Welche Möglichkeit kommt für mich jetzt in Betracht?

Woran sich diese Möglichkeit orientiert

Die betrachtete Möglichkeit noch einmal auf die konkrete Situation beziehen. Auch das bisherige Vorgehen lässt sich hier weiter betrachten.

Welchem Anliegen dient diese Möglichkeit?
Was spricht unter den gegebenen Bedingungen für sie?
Was spricht gegen sie?

Die anderen Beteiligten und die gemeinsame Aufgabe mit in den Blick nehmen.

Welche Anliegen erhalten Raum?
Welche geraten möglicherweise in den Hintergrund?

Auch Spannungen und Zweifel stehen lassen.

Welche Gründe lassen diese Möglichkeit für die Situation angemessen erscheinen?

Was noch zu berücksichtigen ist

Bei der betrachteten Möglichkeit verweilen, ohne ihre Umsetzung schon festzulegen.

Was bleibt ungewiss?
Welche Folgen sind für mich und die anderen Beteiligten denkbar?
Was braucht vorab Klärung oder Absprache?

Auch die eigenen Möglichkeiten und Grenzen berücksichtigen.

Worauf wäre im Verlauf zu achten?
Was wäre Anlass, das Vorgehen anzupassen oder zu beenden?

Offene Fragen festhalten. Auch eine Möglichkeit vorerst zurückstellen.

Was braucht es, um diese Richtung verantwortungsvoll weiterzuverfolgen?

Für den Moment

Die Situation und die bisherige Erkundung noch einmal betrachten.

Welche Anliegen und Orientierungen haben Aufmerksamkeit erhalten?
Was bleibt offen?

Nicht jede Frage braucht bereits eine Antwort. Auch eine unveränderte Sicht stehen lassen.

Die Betrachtung für den Moment abschließen.

Was erscheint mir jetzt bedeutsam?

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